Das Kreislaufmodell Schweiz
Die Schweiz steht an einem Scheideweg. Wenn wir Wohlstand und Zusammenhalt bewahren wollen, brauchen wir ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Staat und Bevölkerung – einen sozialwirtschaftlichen Aufbruch, der alle drei Kräfte erstmals gemeinsam und vereint auftreten lässt.
Die politischen Modelle des 20. Jahrhunderts stossen an ihre Grenzen. Drei Entwicklungen machen ein neues Modell unausweichlich.
Demografischer Wandel und wachsende Ungleichheit belasten die öffentlichen Haushalte. Die Schere zwischen dem, was der Staat leisten soll, und dem, was er leisten kann, wird grösser.
Unternehmen können Standorte in Wochen verlagern. Bevölkerung und Staat können es nicht. Die Bindung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung ist brüchig geworden.
Politische Polarisierung und Vertrauensverlust bedrohen die demokratische Kultur. Digitale Desinformation beschleunigt Spaltung. Die alte Langsamkeit der Demokratie schützt nicht mehr ausreichend.
Ein neuer Gesellschaftsvertrag zwischen drei Kräften – die nicht gegeneinander, sondern miteinander wirken.
Legitimiert das Gemeinwesen, zahlt Steuern, bringt Arbeit und Wissen ein. Erhält Teilhabe – als Anerkennung, dass wirtschaftlicher Erfolg immer ein gemeinsamer Erfolg ist.
Schafft Wert, Arbeitsplätze und Innovation. Trägt aktiv zur gesellschaftlichen Infrastruktur bei, die die eigene Grundlage bildet. Erhält Identität, Verwurzelung und Mitgestaltungsrecht.
Setzt den Rahmen, balanciert Ungleichgewichte und sichert die demokratische Kontrolle. Behält die Letztentscheidung – auch über die Verwendung des Solidaritätsbeitrags.
Solidarität meint nicht Mitleid. Sie meint die gegenseitige Anerkennung von Abhängigkeit.
Alle Unternehmen, die in der Schweiz Bundessteuern entrichten, leisten einen Solidaritätsbeitrag von 5 % – aufgeteilt in 3 % neu und 2 % Lenkungsrecht auf bestehende Steuer. Sie wählen, auf welchem Weg.
Das Unternehmen investiert die 3 % direkt in seinem Einzugsgebiet: Kinderbetreuung, Gesundheitsangebote, Berufsbildung, lokale Infrastruktur.
Mitarbeitende können in den Entscheid einbezogen werden, wohin die Investition fliesst – das stärkt die Legitimation und vertieft die Verbindung zwischen Betrieb und Gemeinschaft.
Das Unternehmen zahlt den vollen Solidaritätsbeitrag als Bundessteuer und übt das vollständige 5 %-Lenkungsrecht aus: Es widmet seinen Beitrag einem oder mehreren gesellschaftlichen Sektoren.
Geeignet für überregional tätige Unternehmen ohne lokale Verwurzelung.
Das parlamentarische Korrektiv bleibt unberührt: Das Parlament behält die demokratische Letztentscheidung. Kernbereiche der sozialen Sicherheit stehen ausserhalb des Wettbewerbs um Unternehmensgunst.
Unternehmen können ihren Beitrag auf einen oder mehrere Sektoren lenken. Das Parlament berücksichtigt diese Zuordnung bei der Mittelplanung und begründet Abweichungen öffentlich.
Der Solidarische Liberalismus entsteht nicht im Vakuum. Er ist eine Synthese – eine Weiterführung von Denktraditionen, die jeweils wichtige Wahrheiten erkannt haben.
Er ist nicht sozialistisch, weil er Markt, Eigenverantwortung und Freiheit respektiert. Er ist nicht rein kapitalistisch, weil er Unternehmen Pflichten im Gemeinwohl gibt. Er ist eine Synthese: Solidarität + Freiheit, Verantwortung + Demokratie.
Wie bleibt der Sozialstaat unter Globalisierung und steigenden Gesundheitskosten finanzierbar?
Wie wird die Wettbewerbsfähigkeit gesichert, ohne Unternehmen als Steuerlast zu behandeln?
Wie bleibt der gesellschaftliche Zusammenhalt erhalten, während Wirtschaft und Politik auseinanderdriften?
Wie werden Nachhaltigkeit und Innovation systemisch verankert, wenn staatliche Programme unterfinanziert sind?
Wie wird nationale Eigenständigkeit und Standorttreue gesichert, wenn Konzerne mit Leichtigkeit abwandern?
Alle Kapitel des Manifests V1.0, Mai 2026 – aufklappbar nach Kapitel. Enthält Hauptdokument und beide Anhänge.
„Solidarischer Liberalismus – das Kreislaufmodell Schweiz.
Die Willensnation 2.0: gemeinsam stark, frei und solidarisch."
Wir rufen Politik, Wirtschaft, Sozialpartner und Bevölkerung auf, diesen neuen Weg zu beschreiten. Nicht als Kompromiss, sondern als Aufbruch.