Manifest – Version 1.0  ·  Mai 2026  ·  Zur öffentlichen Diskussion freigegeben
Mai 2026 – Entwurf zur öffentlichen Diskussion

Solidarischer Liberalismus

Das Kreislaufmodell Schweiz

Die Schweiz steht an einem Scheideweg. Wenn wir Wohlstand und Zusammenhalt bewahren wollen, brauchen wir ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Staat und Bevölkerung – einen sozialwirtschaftlichen Aufbruch, der alle drei Kräfte erstmals gemeinsam und vereint auftreten lässt.

Severin Stadler  ·  Bern, Mai 2026
Solidarität  ·  Freiheit  ·  Verantwortung  ·  Demokratie

Warum es jetzt ein neues Denken braucht.

Die politischen Modelle des 20. Jahrhunderts stossen an ihre Grenzen. Drei Entwicklungen machen ein neues Modell unausweichlich.

Sozialstaat

Steigende Kosten, knappe Mittel

Demografischer Wandel und wachsende Ungleichheit belasten die öffentlichen Haushalte. Die Schere zwischen dem, was der Staat leisten soll, und dem, was er leisten kann, wird grösser.

Wirtschaft

Mobile Konzerne, gebundene Gesellschaft

Unternehmen können Standorte in Wochen verlagern. Bevölkerung und Staat können es nicht. Die Bindung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung ist brüchig geworden.

Demokratie

Vertrauensverlust, Polarisierung

Politische Polarisierung und Vertrauensverlust bedrohen die demokratische Kultur. Digitale Desinformation beschleunigt Spaltung. Die alte Langsamkeit der Demokratie schützt nicht mehr ausreichend.

Das Solidaritätsdreieck.

Ein neuer Gesellschaftsvertrag zwischen drei Kräften – die nicht gegeneinander, sondern miteinander wirken.

Bevölkerung

Legitimität & Arbeit

Legitimiert das Gemeinwesen, zahlt Steuern, bringt Arbeit und Wissen ein. Erhält Teilhabe – als Anerkennung, dass wirtschaftlicher Erfolg immer ein gemeinsamer Erfolg ist.

Unternehmen

Wert & Mitverantwortung

Schafft Wert, Arbeitsplätze und Innovation. Trägt aktiv zur gesellschaftlichen Infrastruktur bei, die die eigene Grundlage bildet. Erhält Identität, Verwurzelung und Mitgestaltungsrecht.

Staat

Rahmen & Balance

Setzt den Rahmen, balanciert Ungleichgewichte und sichert die demokratische Kontrolle. Behält die Letztentscheidung – auch über die Verwendung des Solidaritätsbeitrags.

Solidarität meint nicht Mitleid. Sie meint die gegenseitige Anerkennung von Abhängigkeit.

Zwei Wege, ein Ziel.

Alle Unternehmen, die in der Schweiz Bundessteuern entrichten, leisten einen Solidaritätsbeitrag von 5 % – aufgeteilt in 3 % neu und 2 % Lenkungsrecht auf bestehende Steuer. Sie wählen, auf welchem Weg.

Weg A

Regionale Investition

Das Unternehmen investiert die 3 % direkt in seinem Einzugsgebiet: Kinderbetreuung, Gesundheitsangebote, Berufsbildung, lokale Infrastruktur.

Mitarbeitende können in den Entscheid einbezogen werden, wohin die Investition fliesst – das stärkt die Legitimation und vertieft die Verbindung zwischen Betrieb und Gemeinschaft.

3 % Bundessteuer entfällt  ·  2 % Lenkungsrecht bleibt
Weg B

Bundessteuer mit Sektorwahl

Das Unternehmen zahlt den vollen Solidaritätsbeitrag als Bundessteuer und übt das vollständige 5 %-Lenkungsrecht aus: Es widmet seinen Beitrag einem oder mehreren gesellschaftlichen Sektoren.

Geeignet für überregional tätige Unternehmen ohne lokale Verwurzelung.

3 % + 2 %  →  volle Sektorwahl auf Bundesebene

Das parlamentarische Korrektiv bleibt unberührt: Das Parlament behält die demokratische Letztentscheidung. Kernbereiche der sozialen Sicherheit stehen ausserhalb des Wettbewerbs um Unternehmensgunst.

7 gesellschaftliche Sektoren.

Unternehmen können ihren Beitrag auf einen oder mehrere Sektoren lenken. Das Parlament berücksichtigt diese Zuordnung bei der Mittelplanung und begründet Abweichungen öffentlich.

Die Fundamente, die tragen.

Der Solidarische Liberalismus entsteht nicht im Vakuum. Er ist eine Synthese – eine Weiterführung von Denktraditionen, die jeweils wichtige Wahrheiten erkannt haben.

Für alle Lager – gegen kein Lager.

Er ist nicht sozialistisch, weil er Markt, Eigenverantwortung und Freiheit respektiert. Er ist nicht rein kapitalistisch, weil er Unternehmen Pflichten im Gemeinwohl gibt. Er ist eine Synthese: Solidarität + Freiheit, Verantwortung + Demokratie.

SP · Grüne

Wie bleibt der Sozialstaat unter Globalisierung und steigenden Gesundheitskosten finanzierbar?

FDP

Wie wird die Wettbewerbsfähigkeit gesichert, ohne Unternehmen als Steuerlast zu behandeln?

Die Mitte

Wie bleibt der gesellschaftliche Zusammenhalt erhalten, während Wirtschaft und Politik auseinanderdriften?

GLP

Wie werden Nachhaltigkeit und Innovation systemisch verankert, wenn staatliche Programme unterfinanziert sind?

SVP

Wie wird nationale Eigenständigkeit und Standorttreue gesichert, wenn Konzerne mit Leichtigkeit abwandern?

Das vollständige Manifest.

Alle Kapitel des Manifests V1.0, Mai 2026 – aufklappbar nach Kapitel. Enthält Hauptdokument und beide Anhänge.

„Solidarischer Liberalismus – das Kreislaufmodell Schweiz.
Die Willensnation 2.0: gemeinsam stark, frei und solidarisch."

Wir rufen Politik, Wirtschaft, Sozialpartner und Bevölkerung auf, diesen neuen Weg zu beschreiten. Nicht als Kompromiss, sondern als Aufbruch.