Überleben, nicht Ideologie.
Generationentauglichkeit ist eine Überlebensfrage der Willensnation — sie entscheidet mit, ob es dieses Land in fünfzig Jahren noch so gibt, wie wir es kennen.
← Zurück zum ManifestEine Vorbedingung, kein Thema neben anderen.
Die Willensnation existiert, weil Generationen sie immer wieder gewählt haben — 1291, 1848, heute wieder. Eine Nation, die auf fortlaufender Wahl beruht, kann nur weiter gewählt werden, wenn es etwas gibt, das man wählen kann.
Nicht: Klimapolitik als Symbolfrage zwischen ökologischer Musterschülerin und Wachstumsbremse.
Sondern: Generationentauglichkeit ist eine Überlebensfrage der Willensnation — sie entscheidet mit, ob es dieses Land in fünfzig Jahren noch so gibt, wie wir es kennen.
Der Grundsatz: Staatliche Mittel sollen dorthin fliessen, wo sie über Jahrzehnte hinweg der Gemeinschaft dienen — nicht nur kurzfristig. Das gilt nicht nur für Klimaprojekte, sondern für jede staatlich mitfinanzierte Massnahme: Sicherheit, Wohnen, Bildung, Klima selbst.
Ein Bundesprinzip, zwei Prüfebenen.
Generationentauglichkeit wird kein neues Amt, sondern ein Bundesprinzip — festgelegt und legitimiert durch Volksabstimmung. Trägt ein Projekt über Jahrzehnte zur Gemeinschaft bei, oder löst es nur ein kurzfristiges Problem auf Kosten der nächsten Generation? Die Prüfung im Einzelfall läuft über die bereits bestehende Struktur der Dreikreis-Finanzierung, je nach Grössenordnung auf zwei Ebenen.
Immobilien, Energie
Ein unabhängiges Gremium aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kantonen prüft grössere Vorhaben — dieselbe Stelle, die auch die soziale Wirkung in der Finanzierungs-Architektur zertifiziert.
Unternehmen, lokal
Finanziell überschaubarere Vorhaben, die Unternehmen über ihren Solidarteil direkt lokal einbringen, prüft ein Gremium aus Gewerkschaften der betroffenen Branche, Gemeinde oder Kanton sowie Wissenschaft.
Beide Gremien folgen denselben, demokratisch legitimierten Prinzipien — nur die Grössenordnung des Projekts entscheidet, welches zuständig ist. Das Kriterium gilt sektorübergreifend: für Sicherheit, Wohnen, Bildung und Klima gleichermassen.
Eine Abgabe, geteilter Ertrag.
Eine Abgabe auf Emissionen lenkt Verhalten über den Preis, nicht über Verbote. Der Ertrag wird geteilt:
Pro-Kopf-Rückverteilung
Wer wenig CO2 verursacht, bekommt am Ende mehr zurück als er zahlt — wer viel verursacht, netto weniger. Sozial ausgewogen, kein Staatseinnahmen-Zuwachs.
Zweckgebundene Förderung
Finanziert gezielt Sanierung, erneuerbare Energien, ÖV-Ausbau — dort, wo der Markt allein zu langsam wäre.
Teil B ist ein eigenständiger, neuer Topf — anders als bei der Dreikreis-Finanzierung aber nicht aus Steuermitteln gespeist, sondern aus dem Konsum der Gesellschaft selbst: Wer mehr emittiert, füttert diesen Topf stärker.
Der genaue Split zwischen A und B ist eine Umsetzungsfrage, keine Grundsatzfrage — noch offen.
Kein Kostenfaktor. Ein Standortvorteil.
Frühe, konsequente Dekarbonisierung ist kein Kostenfaktor, sondern ein Standortvorteil — Schweizer Cleantech, Exportstärke bei Klimatechnologien, Erstmover-Vorteil. Das schliesst direkt an die Polanyi/Ostrom-Logik aus Werkzeug 1 an: Markt im Dienst der Gesellschaft, nicht gegen sie.
Vermittlerin auch beim Klima.
Die Schweiz ist Willensnation — und damit geborene Vermittlerin (siehe Sicherheit-Abschnitt). Diese Rolle gilt auch für Klimadiplomatie: Vermittlung zwischen Blöcken, Einbettung in internationale Klimaprozesse, Brückenfunktion statt Alleingang.
Kein Zieljahr.
Das Manifest nennt bewusst kein eigenes Zieldatum wie Netto-Null. Der Fokus liegt auf dem Wie — Anreize, Zertifizierung, Lenkungsabgabe — nicht auf einem politisch umkämpften Wann. Das bestehende Bundesziel wird damit weder in Frage gestellt noch neu verhandelt.
Was bewusst noch nicht entschieden ist.
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Split-Anteil der Lenkungsabgabe
Wie viel geht pro Kopf zurück, wie viel ist zweckgebunden? Eine Umsetzungsfrage für die politische Ebene.
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Operationalisierung Generationentauglichkeit
Wie wird das dritte Zertifizierungskriterium konkret geprüft — analog zu den bereits definierten Kriterien bei der Finanzierung?
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Verhältnis zum geltenden CO2-Gesetz
Anschlussfähigkeit ans bestehende Recht — Weiterentwicklung oder eigenständiger Vorschlag?
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Klimadiplomatie-Rolle
Welche internationalen Foren, welche konkreten Instrumente? Noch nicht ausgearbeitet.